Die Geschichte der Gemeinde Kościelisko

Die Geschichte der Gemeinde Kościelisko

 

Die Gemeinde Kościelisko, die als das Tor der Westtatra bezeichnet wird, besteht seit dem Jahr 1867. Die Gemeinde änderte über die Jahre ihre Verwaltungsgrenzen. Bis zum Jahr 1867 bildete Kościelisko zusammen mit Zakopane eine Siedlung. In 70er Jahren des 20. Jahrhunderts verband sich Kościelisko zusammen mit Witów, Dzianisz und Chochołów und bildete die Gemeinde Kościelisko-Witów. Nach ein paar Jahren wurde die Gemeinde an die Tatra- Gemeinde angeschlossen. Zur aktuellen Form als die Gemeinde Kościelisko reaktivierte sie sich zusammen mit den Gemeinden Kościelisko, Witów und Dzianisz im Jahre 1994.

 

Die Geländebeschaffenheit gestaltete sich nicht nur unter dem Einfluss der Natur, aber auch Bergmännern und Goldgräbern. Die Podhale- Kultur wurde auch von Wołosi beeinflusst, einem Volk romanischer Herkunft, das von der Balkanhalbinsel stammte.

 

Mit der Legende der Tatra ist das Räuberwesen verbunden, das untrennbar in die Geschichte und Kultur der Karpaten eingetragen wurde. Das Räuberwesen war eine der Formen von Bauerbewegungen, die historisch-, wirtschaftlich- sozialbedingt waren.

Die Grundlage für die Entstehung der Legende über Janosik war die historische Person eines slowakischen Räubers Juraj Janosik, der im Jahre 1713 in Liptowski Mikulasz hingerichtet wurde. Die Polnische Legende gibt ihm Gerechtigkeit, Mut, übernatürliche Kraft und Schlitzohrigkeit- Eigenschaften eines idealen Heroes an. Die Legende dieses Räubers besteht das Thema von Lieder, Erzählungen und Volksveranstaltungen, die zur Inspiration für viele Literatur-, Musik, Plastik, Theater- und Filmwerke wurden. Im Tal Dolina Kościelisko bewahrten sich Namen der Felsenformen auf, die mit der Räubergeschichte verbunden sind z.B.: Zbójnickie Okna - Räuber-Fenster, Zbójnickie Turnie - Räuber-Bergspitze, Zbójnicki Stół- Räuber-Tisch. Die Legenden begleiteten seit Jahrhunderten Sucher und Explorer der Tatra- Bergspitzen und sie führten zur Industrie- Gewinnung und Verarbeitung von Eisen- und Silbererzen, u. a. im Tal Dolina Kościeliska.

 

 

Der erste polnische Forscher der Tatra und ein der ersten Bergsteiger in Jahren 1802-1805 war Stanisław Staszic. Die Zeit der Bergbau- Exploration der Westtatra trug zur Entwicklung des Dorfes Kościelisko.

 

Kościelisko ist ein großes Dorf, das als „Herz des Podhalens“ bezeichnet wird, es liegt an den südlichen Berghängen der Gebirgskette Gubałowskie, mit Blick auf die Tatra. Sie besteht aus 21 Wohngebieten, ehemaligen Hirtensiedlungen, sogenannten Polanen, von denen der Name der Ortschaft- Polany stammte, der bis Hälfte des XIX Jahrhunderts benutzt wurde. Die Wohnsiedlungen in der Gemeinde Kościelisko: Antałówka, Blachówka, Budzówka, Butorów, Chotarz, Czajki, Górkówka, Gronik, Groń, Karpielówka, Kierpcówka, Kiry, Nędzówka, Pająkówka, Pitoniówka, Rysulówka, Sobiczkowa, Staszelówka, Sywarne, Szeligówka, Wojdyłówka.

 

Einzelne Hirtensiedlungen, die später zu Kościelisko gehörten, erwähnte man schon seit dem Jahr 1623. Damals existierten hier Eisenhütten, die mit Zakopane mit dem sogenannten Eisernen Weg (Droga Żelazna) verbunden waren, der jetzt als Droga pod Reglami (der Weg unter dem Hochwald) bekannt ist. In den Unterlagen aus dem 18. Jahrhundert wurde Kościelisko als Staat genannt (Herrschaft Kościelisko) und der Name betraf einen Teil der Zakopane- Güter und umfasste Stare Kościeliska im Tal Dolina Kościeliska und Mehrheit der Wälder im Bereich des späteren Dorfes. Aus der Zwischenkriegszeit kommt der Name „Kościeliska” bzw. „Kościelisko”, der bedeutet „ein Ort, wo die Kirche war“. Sie konnte auch von dem geographischen Namen „Dolina Kościeliska” gebildet sein.

Gmina Kościelisko

Das Tal Dolina Kościeliska war auch ein Reiseziel, das immer öfter von den ersten Touristen und Kurgästen gewählt wurde, was zur touristischen Entwicklung der Vortatra beigebracht hat. Das Tal wird als das schönste Tal in der gesamten Gebirgskette der polnischen Tatra anerkannt. Kościelisko ist seit Langem zur Inspiration für die Kunstleute. Der Ort wurde unter anderem von dem Maler Walery Eliasz Radzikowski, dem Arzt Tytus Chałubiński aus Warschau, der „König der Hohen Tatra benannt war, von Wincenty Pol, dem ersten Pfarrer von Zakopane, dem Priester Józef Stolarczyk, dem Maler und Schriftsteller Stanisław Witkiewicz, dem General und Globetrotter Mariusz Zaruski besucht.

Ihrer Spur folgten auch mehrere Kurgäste, die in der Gegend des Giewont- Gipfels ein Gegenmittel gegen die Lungen- Nervenkrankheiten suchten. Die Entwicklung von Zakopane als ein Kurort verursachte auch den Bau von Sanatoriumsgebäuden und Gästehäusern. In Kościelisko kann man sich bis heute in einem Sanatorium im Witkiewicz- Stil erholen, das anfangs des 20.  Jahrhunderts von Bronisława Dłuska i Kazimierz Dłuski gebaut wurde (seit dem Jahr 1928 war das Militärsanatorium in Zakopane, später Militär- Erholungsheim in Kościelisko, jetzt Erholungsheim Rewita). Neben dem gemauerten Gebäude stand ein Holzhaus, wo Herr und Frau Dłuski wohnten, das als „Direktorhaus“ genannt war. Dort wohnten als Gäste unter anderem die Präsidenten der Republik Polen Ignacy Mościcki, Józef Wojciechowski und Marschall Józef Piłsudski. Dieser Ort ist auch mit der Geschichte der Person Maria Skłodowska- Curie verbunden, weil Barbara Dłuska ihre Schwester war. Es ist bekannt, dass die polnische Nobelpreisträgerin ihre Schwester in dem Sanatorium im Jahre 1916 besucht hat.

 

Durch die Tätigkeit solcher Personen wie Jan Krzeptowski Sabała, Stanisław Nędza Kubiniec oder Andrzej Stopka Nazimek bildete sich in Kościelisko große Tradition und Kultur des Gebietes, das als Felsen- Podhale bezeichnet war.


Witów

Anders war die Geschichte des Dorfes Witów, das größte Fläche unter den Dörfern in der Gemeinde Kościelisko hat (65 km²). Im Süden und Westen grenzt es an die Slowakei. Sein größter Teil liegt innerhalb des Nationalparks Hohe Tatra, auf dem Gebiet von der Westtatra.

 

Zu Witów gehört das größte und längste Tal der Hohen Tatra in Polen - Tal Dolina Chochołowska. In Grenzen des Dorfes befindet sich auch der höchste Gipfel der Westtatra in Polen- Starorobociański Wierch (2176 m n.p.m.), und in dem Teil des Dorfes, der außerhalb des Tatra- Gebietes liegt, erhebt sich Magura Witowska (1231 m ü.d.M.), der höchste Gipfel der Vortatra in Polen. Durch Witów fließt der Bach Czarny Dunajec, der größte Fluss der Gemeinde Kościelisko. Der Fluss entsteht aus der Verbindung der Bächer Kirowa und Siwa Woda.

 

Die erste Erwähnung der Existenz der Siedlung im oberen Flusslauf von Czarny Dunajec kommt aus dem Jahre 1606, und ihr Name ist direkt mit dem Namen des Krakauer Statthalters verbunden, dem Bürgermeistervon Nowy Targ, der die größte Siedlungsaktion in Podhale führte und dem Dorf das Lokationsprivilieg angegeben hat.

 

Witów ist heute das große, sich entwickelnde Dorf, zu dem ein paar malerische Weiler gehören: Kojsówka, Płazówka und Roztoki und die größte Anzahl von Schäferlichtungen mit Hütten, die ihren ursprünglichen Stil behalten haben: Biały Potok, Siwa Polana, Baligówka, Cicha, Zdychałówka, Hawryłówka, Molkówka, Kosarzyska. Auf dem Gebiet des Dorfes Witów ist die archaische Form der Waldwirtschaft aufbewahren. Seit dem Jahre1867 besteht der Wald das gemeinsame Eigentum der Dorfbewohner. Sie besitzen  bestimmte Anteile an dem Dorf und bilden sogenannte Waldgemeinschaft von acht berechtigten Dörfern (Wspólnota Leśna Uprawnionych Ośmiu Wsi).

 

Das Dorf Dzianisz ist am Fuße des Berges Ostrysz in der Bergskette Gubałowskie gelegen. Der Name des Dorfes, das längs des Gebirgsbaches Dzianiski gelegen ist, stammt von der italienischen Wendung „Dzea-nysz”, was in einer freien Übersetzung „ Fluss im Tal“ bedeutet.

 

Dzianisz entstand anfangs des 17.  Jahrhunderts und die Erlaubnis für die Gründung des Dorfes erhielt Walenty Pietrzykowski am 17. Juli 1619 vom Bürgermeister der Stadt Nowy Targ- Stanisław Witowski. Im Dorf befanden sich: Mühle, Vollmühle, Wirtshaus, Sägemühle am Auslauf des Bergbaches. Seit dem Jahre 1765 gehörte das Dorf zusammen mit der Gemeindevorsteherschaft von Dzianisz zu Józef und Barbara Wojnarowski, die es dem Baron Borowski verkauft haben. Bis 19.  Jahrhundert ging die Gemeindevorsteherschaft von Hand zu Hand über, immer waren es aber die adelige Hände. Ab der Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1930 gingen die Grundstücke in die Hände der Bergbewohner.